Das große Ziel für den Herbst 2008 war für viele der Marathongruppe der Drei-Länder-Marathon am Bodensee. Freitags ist die Gruppe bestehend aus 25 Leuten in Mannheim aufgebrochen. Die Zugfahrt von Mannheim bis nach Friedrichshafen dauerte über fünf Stunden und alle mussten dreimal umsteigen.Ab dennoch war die Fahrt recht entspannend und die Züge waren pünktlich. Nicht ganz so entspannt war dann das Abendessen in einem Steakrestaurante. Die Küche des Restaurante war völlig überfordert und einige mussten sehr lange warten.
Am nächsten Tag klappte alles deutlich besser: Frühstück, Marathonmesse, Pastaparty usw.. Nur eins passte überhaupt nicht, das war das Wetter. Es regnete den ganzen Tag und die Temperaturen waren empfindlich kühl. Aber viel wichtiger war, dass am Tag des Marathons das Wetter optimal war. Zwar war es morgens noch recht frisch, aber der blaue Himmel versprach angenehme Temperaturen. Im Startbereich vor dem Bahnhof in Lindau spielte eine Band, die die Wartezeit bis zum Startschuss verkürzte. Die Strecke von Lindau nach Bregenz verlief entlang des Bodensees mit Blick auf die teils verschneiten Alpen. Bis Bregenz waren auch recht viele Zuschauer an der Strecke um die Läufer anzufeuern. Danach nahm das Zuschauerinteresse deutlich ab und die Marathonläufer mussten sich bis wenige Kilometer vor dem Ziel selbst motivieren. Dafür war der Zieleinlauf in Bregenzersportstation wieder sehr stimmungsvoll.
Diesen erreichten natürlich zuerst die Halbmarathonläufer. Hier überraschte Gerd Hilbert mit einer sehr guten Zeit von 1:44:54 h. Johann Krizak blieb knapp über 2 Stunden (2:01:13 h). Nicht ganz so gut lief es bei Klaus Mayer. Er hatte schon früh Schmerzen unter den Füßen. Dennoch kämpfte er sich durch und war nach 2:12:57 ins Stadion.
Bei den Marathonläufer war Ingolf Koch der schnellste. Als er in die Nähe des Stadions kam sah er noch recht locker aus. Aber zwischendurch musste er auf die Zähne beißen um am Ende eine Zeit von 3:24:09 h zur erreichen. Als nächstes kam Armin Friedrich ins Ziel. Für ihn war dies schon der fünfte Marathon in diesem Jahr und Ende des Monats möchte er noch in Frankfurt starten. Daher wollte er diesen Marathon etwas verhalten laufen. Nach 3:32:04 h kam er ab doch sehr erschöpft in Bregenz an. Ein Missgeschick passierte Dirk Boesler kurz bevor aus die Laufbahn einbog. Er blieb mit dem Fuß an einer Absperrung hängen und stürzte. Er fiel er Länge nach auf den Asphalt. Nachdem er sich wieder aufgerappelt hat konnte er doch noch - zwar mit Schmerzen - ins Ziel laufen. Am Ende hatte er eine Zeit von 3:40:34 h und ein hervorragender dritter Platz in seiner Altersklasse. Noch unter vier Stunden blieb Thomas Stutz. Für ihn war dies nach längerer Pause wieder sein erster Marathon. So war er auch mit der Zeit von 3:55:28 zufrieden. Überraschung gab es bei den nächsten beiden. Eine kleineReinhold Hoffmann (4:41:23 h) erreichte vor Edgar Jahr (4:49:43 h) das Ziel. Im Training - besonder bei den Tempoläufen - macht Edgar in den letzten Wochen immer den stärkeren Eindruck. Für Reinhold haben sich aber offensichtlich seine langen Läufe, die er regelmäßig sonntags im Wald absolviert hatte ausgezahlt. Ebenfalls zufrieden war Andrea Filsinger, dass sich noch unter 5 Stunden das Ziel erreichte. Lange Zeit hatte sie Bernhard Seelert sie begleitet. Er musste aber am Ende wegen Schmerzen in der Ferse das Tempo deutlich reduzieren und quälte sich nach 5:20:31 h ins Ziel. Auch sehr unerfreulich war das Ausscheiden von Rainer Jung. Schon nach 20 km konnte er das geplante Tempo nicht halten und entschied sich den Lauf abzubrechen.
Wie bei der Hinfahrt klappte auch der Rückweg mit der DB perfekt. Für die Gruppe ging somit ein erfolgreiches verlängertes Wochenende zu ende.
Viele Fotos vom Marathon-Wochenende gibts wie immer im Fotoalbum.
Über die A 61 nach Koblenz, Ausfahrt Wehr, zum Nürburgring,
da war gerade Oldtimer Rennen und sehr viel Los. Die B 258
nach Monschau. Ein absolut schönes Städtchen, mit einer Burg,
das man gesehen haben sollte. Einen Steinwurf von der belgischen Grenze.
Unsere Pension lag überraschenderweise genau auf der Strecke, bei KM 2,5.
Morgens um 7:45 traf sich dann Alles zum Start. Ich habe mich um 7:20 Uhr
von unserer Pension auf den Weg zum Start gemacht. Dann bin ich schon etwas eingelaufen, den Berg hoch.
Bei ca. 12° der Regen hatte 10 Min. vorher schon pünktlich eingesetzt , wie vorher gesagt, fiel pünktlich um 8:00 Uhr der Startschuss.
Was wollen denn die Alle bei dem Sauwetter hier? ………..Ach so das gleiche wie ich. Habe einen Partner gefunden. Es dauerte etwas bis wir auf die Startlinie kamen, habe mich bewusst ganz hinten eingereiht damit ich nicht in Versuchung komme.
Der geteerte Weg ist recht schmal. Links sind Hecken und ein Zaun, rechts Wiese. Wer's eilig hatte, überholte auf der Wiese und hatte gleich nasse Füße. Die meisten blieben aber im Feld. Km 1 - 5:56 passt. Nun Stockte das Feld es ging nur noch sehr langsam im flotten Gehtempo voran, sehr steil und rutschig einen Hohlweg mit losem Geröll und Wurzeln abwärts.
Km 2 - 11:48. Hier findet sich wohl Keiner der heute pers. Bestzeit laufen will. Dadurch einmal keine Hektik oder Geremple. Doris u. Peppi unsre Enkeltochter stehen, wie zu erwarten war, bei Km 2,5.
Foto bitte recht freundlich.
Und weiter geht's abwärts in schöne Städtchen Monschau, mit seinen Fachwerkhäusern. Nasses Kopfsteinpflaster enge Gassen, aufpassen, erste Stürze. Trotz Regen doch einige Zuschauer die uns anfeuerten.
Es geht nun an der Rur entlang. Km 5 - 27:31 bei Km 7 - 2. Verpflegungsstelle. Es gibt so ziemlich Alles was ein Läufer braucht.
Es geht über die Gluckenbachbrücke, und dann auf der anderen Seite gleich einen schmalen Steig ca. 800 m Bergauf.
Oben geht es dann auf einem breiteren Weg etwas moderater weiter aufwärts bis Km 10,5
Km 10 - 55:58. Bei Widdau Km 10,5 Riesen Stimmung, Staffelwechsel ( 4 x 10,5 )
Es wird zu schnell, ich lasse den Kollegen ziehen, ich merke er zielt auf 3:45.
Das wollte ich Heute nun wirklich nicht.
Mittlerweile Matsch und nasse Füße. Alle versuchen auf der matschigen Grasnarbe in der Mitte zu laufen. Weil zum Überholen durch den tieferen Matsch gelaufen werden muss, überlege ich es mir das eine oder andere Mal
und bleibe lieber hinten, solange ich den Laufschritt beibehalten kann.
Beim Hölderbachtal Km 12 wird es jetzt so richtig steil. (Rennsteig lässt Grüssen)
Ich geb's Laufen auf, und mache was fast Alle machen, und gehe. Viele stehen jetzt auch zum pinkeln am Rand. Mich drückt's schon 'ne ganze Weile. Also tu' ich es auch.
Weiter bergauf nach 2,5 Km offene Almwiesen, Schotter, heftiger Wind bläst uns jetzt entgegen bei leichter Steigung.
Ich habe Angst die Startnummer zu verlieren, obwohl sie 5-Fach gesichert ist.
Nur schnell raus aus dem kalten Wind. Ach ja der Regen ist inzwischen stärker.
Aber was soll's, es trifft uns ja Alle.
Am Brather Hof Km 20 stehen Autoschlangen auf der B 258 und feuern uns an.
Wieder begrüßt uns heftiger Wind muss das sein? Ein Spaßvogel meint, wir haben für Alles bezahlt, dann wollen wir auch Alles. Ich bemerke dann müsste es ja auch gleich noch anfangen zu schneien.
Jetzt kommt ja auch gleich der 2. Staffelwechsel man sieht es schon von Weiten,
an der Menschenmenge. Ich habe schon seit 2 Km eine junge Dame (Staffelläuferin) im Schlepptau, der ich mehrmals Mut mache dass sie es gleich geschafft hat, und sie in meinem Windschatten bleiben, und dran bleiben soll, was sie auch macht.
Km 20 - 1:55:46
Km 21 Staffelwechsel, wieder gute Stimmung, und nun haben auch wir die Hälfte geschafft.
Zwar etwas langsamer als sonst, in anbetracht des Wetters und der Strecke habe ich es zu keiner Zeit bedauert. Nun geht es permanent auf und ab. Über Kalterherberg mit manchen Gehpassagen,
Km 30 - 2:53:51
Bei Km 33,5 laufen wir durch ein Zelt und bekommen jeder einen Löffel mit Honig darauf gereicht, für den letzten Kick. Ich glaube die wussten warum.
Nun wird's noch mal heiß, wer jetzt noch nicht kaputt ist der bekommt nun sein Fett
2,5 Km steil aufwärts ich gehe wieder wie die meisten Anderen auch. (Rennsteig ….usw.). Übrigens die wenigen die an uns vorbei gerannt sind haben wir dann fast alle wieder eingeholt. Ich überhole einen Läufer bei Km 36, ich glaube bestimmt schon zu 10. Mal oder auch mehr?
Er ruft mir die ermunternden Worte zu "pass auf es kommen noch 2 Steigungen". Pua dass zieht voll rein. Was kann man sich da noch mehr wünschen? ( Ironisch gemeint )
Der Regen Hat inzwischen aufgehört, und ein Hauch von Sonne zu bemerken.
Noch ein starker Anstieg bei Km 40,5 bis zu Ziel.Bei Km 41 kann ich dann schon die Kirchturmspitze sehen. Und dann was an diesem Tag jeden erfreut.
"Endlich im Ziel", 4:06:54
Ich erzählte bei Km 30 - 2 Läufern von meiner Wette, mindestens 4:13. Du kannst ja kurz vor dem Ziel so lange rumtrödeln, bis 4:13
Das ging mir dann doch gegen den Strich.
Die Krönung nach Duschen, Bier, Kaffe u. Kuchen. Ich hatte dummerweise Sportsachen an.
Opa wir rennen jetzt die 3 Km nach Hause, du bist doch noch fit, oder? Du hast dich ja Heute geschont!!!
Im Juni starten zwar nur wenige aus der Sandhofener Marathon bei Wettkämpfen, aber dafür diese fast immer erfolgreich.
Bei zwei Starts landete Dirk Boesler gleich zweimal auf dem Treppchen.
In Frankentahl benötigte er über 10 km 47:47 min und siegte damit in seiner Altersklasse M65.
Eine sehr gute Zeit erzielte er in Gimmeldingen über 21,1 km. Am Ende hatte er für diese anspruchsvolle Strecke eine Zeit von 1:46:31 h. Damit landete er auf Platz zwei in der Altersklasse M60.
Thomas Schmidt hatte an einem Wochenende zwei Wettkämpfe und belegte jedes Mal in seiner Altersklasse (M40) den undankbaren 4. Platz.
Sehr flott war er samstags in Pfungstadt unterwegs. Für 8,4 km benötigte er 30:56 min.
Tagsdrauf in Mörlenbach fühlte er sich auf 10 km etwas platt und kam mit einer Zeit von 41:23 min in Ziel. Vielleicht hätte er in seiner Altersklasse gewinnen können, wenn er sich auf diesen einen Lauf konzentriert hätte.
In Biel ging Armin Friedrich über 100 km an den Start. Nachdem er in diesem Frühjahr gleich vier Marathonläufe absolviert hatte, fühlte er sich recht gut für diese Herausforderung gewappnet, obwohl ihm der ein oder andere Trainingskilometer fehlte. Die fehlenden Kilometer machten sich aber erst nach 70 Kilometer bemerkbar. Nun wurde es sehr hart für Armin und er hat bis Kilometer 77 gelitten. Aber dank guter Verpflegung (viel Bouillon und Cola) überstand er auch diese Schwächephase und kam relative locker ins Ziel. Die letzten fünf Kilometer waren die schnellsten seines Laufs.
Fotos von der Standbesatzung (TSV Sandhofen und TSV Schönau) am Dorint Hotel sowie unserer Athleten befinden sich im Fotoalbum.
von Thomas Schmidt
Mit gemischten Gefühlen meldete ich mich für den Knastmarathon in Darmstadt an. Eigentlich war ja MLP Marathon Mannheim geplant. Aber direkt nach einem Marathon in den Urlaubsflieger nach Gran Canaria? Das wollte ich mir nicht antun. Also ab ins Gefängnis!
102 Teilnehmer liefen am Sonntag mit, davon 24 Insassen und auch acht Frauen wagten sich an den Start.
Bei der Arbeit mit den Strafgefangenen war die Idee geboren wurden, mit interessierten Insassen der JVA für einen Marathon zu trainieren. Dieser musste naturgemäß hinter Gittern stattfinden, da den potenziellen Teilnehmern aus nahe liegenden Gründen das Verlassen der JVA nicht möglich ist. Sechs Monate wurde auf den asphaltierten Straßen hinter der Mauer trainiert, wurden Ausdauer- und Tempoeinheiten, ja sogar die ungeliebte Gymnastik, absolviert. Um den 24 „Knackis“ bei ihren 24 Runden a’ 1785 Meter richtiges Marathonflair zu bieten, wurde hinter Gittern eine Veranstaltung organisiert, die den Vergleich mit „richtigen“ Marathons nicht scheuen muss. Superservice, eine große Getränkeauswahl, Kaffee, Kuchen, vegetarischer Eintopf, belegte Brötchen – alles zum Nulltarif, im Ziel eine Medaille und sogar
T-Shirts für die Finisher – da bleiben selbst eingefleischten Nörglern die Worte im Hals stecken.
Beim Einlass in die Anstalt bekommt man ein grünes Bändchen um das Handgelenk und ist damit als „Externer“ gekennzeichnet. Der Personalausweis wird einbehalten. Die Sachen werden wie am Flughafen gründlich durchsucht und dann bin ich "endlich" im Knast.
Beim Start- und Zielbereich gibt es die Startnummer und zusätzlich ein T-Shirt und ein nettes Knastmarathonkäppi.
Nach dem Umziehen in den Räumen der Sporthalle geht es um 10:00 Uhr los. Die Strecke führte fast idyllisch unter Kieferbäumen und zwischen Gebäudetrakten 42 Kilometer lang durch die JVA-Darmstadt. Die vom HLV offiziell vermessene Strecke ist komplett flach und asphaltiert, besteht aus 24 Runden a´ 1785m mit 48 Spitzkehren und 144 – 90 Grad Wenden. Einmal pro Runde wird ein Verpflegungsstand (Wasser, Apfelschorle, Tee, Cola, Bananen, Müsliriegel) passiert. Mein Ziel bei diesem Marathon: unter 3h30min zu bleiben!
Als Marschroute hatte ich mir pro Runde eine Zeit von 8:30 vorgenommen. Das hätte eine Gesamtzeit von 3:25 bedeutet. Die ersten Runden merkte ich das die 8:30 einfach zu langsam waren. Ich fühlte mich topfit so dass ich die erste Hälfte des Laufes in 1:40:37 absolvierte. Jetzt packte mich der Ehrgeiz und ich wollte austesten was in meinen Beinen steckte. Das Wetter war optimal bei 17°C und Sonnenschein. Die zweite Hälfte konnte ich sogar noch etwas zulegen und erreichte eine Gesamtzeit von 3:18:01
Nach dem Lauf gönnte ich mir eine Massage und feuerte die anderen Läufer auf der Strecke an. Bemerkenswert die Disziplin der Inhaftierten die keinen Schrecken verbreiteten, sondern im Gegenteil gute Laune und Stimmung an der Strecke machten. Die komplette Streckenversorgung wurde ebenfalls von Inhaftierten durchgeführt.
Nach dem Einlauf des letzten Läufers wurde die Siegerehrung in der Sporthalle durchgeführt. Bürgermeister, Landtagsabgeordnete, Anstaltsleitung und Trainer bedankten sich bei den Teilnehmern, Siegern und Sponsoren. Aber den meisten Applaus bekamen die 24 Insassen die sich hinter Gittern vorbereiteten und jeder einzelne die 42 Kilometer durchlief. Auch ein Insasse der vor 9 Monaten noch heroinabhängig war und kaum laufen konnte. DAS WAREN DIE WAHREN SIEGER!!!
Bei der nächsten Auflage bin ich wieder hinter Gittern..

von Ingolf Koch
"Diesen Weg auf den Höh´n sind wir oft gegangen..."
17. Mai 2008, 5:55 Uhr, Marktplatz Eisenach, Startbereich des Supermarathons. Was mach ich überhaupt hier? Warum bin ich nachts um 2:00 Uhr aufgestanden, hab mich halb vier in den Bus gesetzt und mich mit ein paar Hundert anderen Frühaufstehern anderthalb Stunden durch halb Thüringen kutschieren lassen? Die lapidare Antwort: Wer einmal beim Rennsteiglauf dabei war, kommt immer wieder. Keine Laufveranstaltung in Deutschland hat so viele und treue Wiederholungstäter. Jetzt steh ich hier mit knapp 1800 Gleichgesinnten, die gleich die "Königsstrecke" des Rennsteiglaufes unter die Füße nehmen werden und lausche den letzten Tönen des Rennsteigliedes. Der Startschuss um 6:00 Uhr verjagt die letzten Gedankenspiele, jetzt heisst´s auf den Eisenacher Gassen erstmal eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg zum Rennsteig zu ergattern. Die Waldwege hinauf zum Rennsteig sind ziemlich schmal und da steht man schon mal schnell im Stau. Aber ich war aufmerksam und hab mich gleich im vorderen Feld eingeordnet. Nur musste ich auch auf mein Tempo achten. Wer jetzt zuviel Kraft verpulvert, wird es spätestens bei den letzten Anstiegen um km 65 bereuen. So ging es doch recht flott den Inselsberg hinauf, dessen Gipfel bei ca. km 25 erreicht wurde. Lustigerweise sind die letzten Höhenmeter wegen ihrer Steilheit nur noch im Kraxelschritt zu bewältigen. Hier oben war bei den meisten Läufern schon jegliche Euphorie verflogen und wir begannen bereits zu kämpfen. Aber ein fröhlicher Damenchor versuchte uns wieder Mut zu machen: "Den Inselsberg habt ihr geschafft, ins Ziel kommt ihr mit halber Kraft!". Die haben ja nicht noch knapp 50km vor sich...
Blöderweise ging es gleich wieder sehr steil abwärts, so dass beim Abstieg nichts rauszuholen war. Wenigstens hatte es aufgehört zu regnen. Das Wetter sollte sich auch bis ins Ziel halten. Jetzt begann ein zähes Auf und Ab über Wald- und Schotterwege, über Wiesen und zum Teil durchs Unterholz (weil man die Streckenführung entlang der Strasse vermeiden wollte). Wundervolle Aussichten und nette Unterhaltungen mit Leidensgenossen ließen die Zeit und die km verfliegen. Langsam, so ab km 35 wurden auch die Verpflegungsstationen immer sehnsüchtiger erwartet. Hier konnte man bei Haferschleim, Tee, Wasser, Schmalz- und Wurstbroten neue Energie tanken. Für Bedürftige lagen auch Energiegels aus, aber die wollte ich lieber nicht probieren, weil ich damit noch keine Erfahrung habe. Die ersten drei Sachen hab ich dankend angenommen, den Rest auf später verschoben. Nachdem ich beim Marathon nach ca. 3:45 h durchgekommen bin, musste ich mir schon deutliche Ermüdungserscheinungen eingestehen. Bin auf der ersten Hälfte wohl doch etwas schnell unterwegs gewesen. Bei den Anstiegen um km 45 bekam ich immer wieder Verkrampfungen in den Waden, die mich auch bis ins Ziel nicht mehr ganz verließen. Ich hab dieses Problem auf Mineralienmangel geschoben und mir ab sofort bei jeder Getränkepause eine Prise Kochsalz in den Tee gemischt. Lecker! Ab und zu mal eine Dehnungseinheit und weiter ging der Trott. Es fiel immer schwerer, die Beine zu heben. Ich rechnete mir schon meine Endzeit aus, falls ich die letzten 25 km gehend zurücklegen müsste. Die Strecke zwischen km 45 und 55 schien mir endlos, kraft- und lustraubend. Aber nach einigen längeren Passagen, auf denen es nur eben oder mit leichtem Gefälle voran ging, kehrten Energie und Motivation zurück. Da wir uns die Strecke teilweise mit Wanderern und Nordic- Walkern teilten, die ein sehr wortreiches und beifallfreudiges Publikum bildeten, hatte man Abwechslung und konnte das eigene Leiden etwas verdrängen. Irgendwann, ich rechnete kaum noch damit, lief ich dann an einem Schild vorbei, mit dem ich kaum noch gerechnet hatte. Es zeigte in (für mich) wunderschöner Schrift die Zahl "72". Nur noch 700 m. Jetzt nahm ich auch den Trubel wahr. Wir verließen den Wald und liefen durch ein Menschenspalier nach Schmiedefeld auf das Ziel zu. Nur noch wenige Meter entfernt die rote Matte. Links seh ich Nhung mir zujubeln. Dann war Schluss, der Weg versperrt von Leuten, die massenhaft Medaillen über den Armen trugen. Plötzlich hatte ich auch eine um den Hals. Geschafft ! Im Ziel! Glücklich !
Zeit: 6:54:37
...Über Lautsprecher ertönte der Hinweis, man könne sich ab heute bereits für den Rennsteiglauf im nächsten Jahr anmelden...
Am Rennsteiglauf nahmen in diesem Jahr wieder ca.15000 Leute teil, davon ca. 1800 beim Supermarathon (72,7 km), 3000 beim Marathon (43.5 km) und 6000 beim Halbmarathon. Die Läufe wurden alle an verschiedenen Orten gestartet und endeten am gemeinsamen Ziel in Schmiedefeld.
Ich hatte am Freitag in Eisenach nachgemeldet. In der Gebühr von 47€ waren neben der Startnummer enthalten: Funktions- Finishershirt, Gutschein für ein Knödelgericht, eine Suppe im Ziel und das unvermeidliche Köstritzer Finisherbier.
von Armin Friedrich
Bei besten - eigentlich viel zu warmen- Wetterbedingungen ging es um 9 Uhr mit Schiffsglocken (wegen Start in St. Pauli und Waffenverbot wurde dieses ungewöhnliche Startsignal gewählt) los.
Sehr gleichmäßig und kontrolliert habe ich die Kilometer absolviert. Da die Temperaturen schon um 10 Uhr dann bei über 20°C waren, habe ich mich bis km 35 zurückgehalten mit zu viel Optimismus, auch wenn ich mich sehr gut gefühlt habe.
Die Stimmung an der Strecke war noch besser als in den Vorjahren, es gab kaum einen ruhigen Streckenabschnitt und viele Bereiche wurde Spalier durch die Zuschauer gelaufen.
Bis zum Ziel habe ich mich super gefühlt, bin einen großen Teil der Strecke mit Frank (guter Freund von Armin) gelaufen, der aber noch besser drauf war (das ist sein Wetter...) und mir dann bei km 35 davon gelaufen ist.
von Thorsten Schenkel
Dies war schon der dritte Marathon von Armin in diesem Jahr. Mit 3:27:05 h hat er in Hamburg die diesjährige Vereinsbestzeit aufgestellt. Trotz der guten Zeit konnte Armin nach dem Lauf nicht über Muskelkater klagen. Als nächster Marathon steht Mannheim auf seinem Plan. Man schauen wie es da für ihn läuft.
von Bernhard Seelert, 27.04.2008
Das Negative zuerst: meine Zeit. Das ich mit einer Zeit von knapp unter 5:30 Stunden nicht zufrieden sein kann ist klar. Doch eine ab dem Halbmarathon fürchterlich schmerzende linke Achillessehne machte mein Ziel, unter 5 Stunden zu bleiben, zunichte. Ab Meile 13 brachte ich das Rennen gehenderweise zu Ende. Dabei hatte ich mir die erste Hälte gute eingeteilt und mich an die Marschroute 10:30 Minuten pro Meile gehalten. Nach 2:15 Std beim Halbmarathon benötigte ich für die zweite Hälfte eine Stunde länger! Eigentlich waren für die zweite Hälfte 2:45 Std. geplant.
Ab sofort gibts aber nur noch Positives. Man kann meine Zeit auch von einer anderen Seite betrachten: ich habe jeden Augenblick des Laufes ausgiebig genossen. Was kann man über einen solchen Marathon berichten? Er ist schlichtweg atemberaubend schön. Der Highway 1 von Big Sur nach Carmel bildet eine einzigartige Kulisse. Der Pazifik links, rechts steile Klippen oder weite Hügel, dazu ein Traumwetter. Und überall freundliche Menschen, die einem aufmuntern, auch wenn es nicht wie gewünscht läuft.
Folgende Dinge sollten jedoch nicht verschwiegen werden: die Strecke ist extrem hügelig. Vor zwei Jahren bin ich den Weinstrassenmarathon gelaufen, nun Big Sur und muss im direkten Vergleich feststellen, dass Big Sur durch die permanenten Ups und Downs anstrengender ist. Als ich am Freitag den Highway 1 von Santa Barbara kommend abgefahren bin bekam ich es ganz schön mit der Angst zu tun. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ausgehend von nahezu Meereshöhe zieht sich beispielsweise zum berüchtigten Hurricaine Point ein ungefähr 3 Meilen langer, mörderischer Anstieg. Dazu kommt dann fast über die gesamte Strecke (die geht nur in eine Richtung) ein strammer Wind von vorne, wie wir ihn manchesmal auf unserer Trainingsrunde haben. Der zehrt zu alledem gewaltig an der Kraft.
Die Organisation des Marathon ist ausgezeichnet. Helfende Hände überall gewährleisten einen reibungslosen Ablauf. Allerdings ist der Marathon nichts für Frühaufsteher. Um 4:30 Uhr ist Abfahrt der Busse von Monterey an den Start nach Big Sur, Fahrtdauer ca. 1 Stunde. Der Start des Rennens ist um 6:45 Uhr, da es mittags ganz schön warm wird.
Ich kenne nicht allzu viele Marathons, bin mir aber sicher, dass Big Sur, wie auf den Bildern ansatzweise zu erkennen, zu den Schönsten gehört, wenn nicht der Schönste ist. Vielleicht rafft sich in den kommenden Jahren eine Gruppe des TSV auf, um das Event in Angriff zu nehmen. Ich wäre nochmal mit dabei.
Ein paar Fotos (nicht vom Lauf, ich hatte keine Kamera dabei) gibts im Fotoalbum.
Alle zwei Jahre findet der Weinstraßenmarathon zwischen Bockenheim und Bad Dürkheim statt.
Am Sonntag, den 6. April, war es wieder soweit und in diesmal waren 2 Halbmarathon- und 6 Marathonis aus Sandhofen dabei.
Zum erstenmal startete Thomas Schmidt für den TSV Sandhofen bei einem Marathon und konnte gleich überzeugen. Einen Teil der Strecke lief er zusammen mit Ingolf, Armin und Dirk. Da das Tempo der Gruppe nicht immer konstant war, setzte er sich ab und lief sein eigenes Tempo. Mit Erfolg! Im Ziel hatte er eine Zeit von 3:37:57 h.
Als nächster des Marathon-Gruppe überquerte Ingolf Koch die Ziellinie. Im Ziel sah er noch sehr frisch aus. Für ihn stellen die vielen Steigungen keine Hindernisse da. Meist konnte er an diesen Stücken sein Tempo halten oder sogar etwas steigern. Seine Endzeit war 3:39:16 h.
Armin Friedrich konnte diese nicht ganz so locker wegstecken. Er hatte aber eher Probleme mit den Wetter. Nachdem er einige Wochen zuvor in Spanien bestes Wetter bei seinem Marathonlauf hatte, musste er - wie alle anderen auch - Regen, Hagel und Wind über sich ergehen lassen. Er erreichte das Ziel nach 3:42:15 h völlig durchgefroren.
Einen sehr schönen Erfolg konnte Dirk Boesler für sich verbuchen. Er belegte mit der Zeit von 3:51:45 h den dritten Platz in seiner Altersklasse (M65).
Für Rainer Jung zahlte sich an diesem Wochenende sein konstantes Training im Winter aus. Er schaffte es - wie nach seinen guten Vorbereitungswettkämpfen nicht anderes zu erwarten war - mit 3:59:27 h erstmals unter vier Stunden zu bleiben.
Völlig erschöpft lief Reinhold Hoffmann im Ziel ein. Er musste vor dem Ziel einigemale ein paar Schritte gehen. Aber dennoch war zufrieden, er ist unter 5 Stunden geblieben (4:56:02 h).
Zusammen mit den Marathonis wurden auch die Läufer des Halbmarathons auf die Strecke geschickt; darunter waren Gerd Hilbert und Andrea Filsinger.
Auch sie hatten bei niedrigen einstelligen Temperaturen jedes Wetter (Sonne, Regen, Hagel, Wind).
Gerd war nach 1:53:29 h im Ziel und konnte mit seiner Zeit zufrieden sein.
Dies galt diesmal leider nicht für Andrea. Ihre langsame Zeit von 2:31:10 h, erklärt sich dadurch, dass Andrea nach etwa der Hälfte der Strecke mit unterschiedlichen Problemen kämpfen musste (Seitenstechen, Rückenschmerzen usw.). Dennoch hat sie gekämpft und das Ziel in Bockenheim erreicht.
Fotos gibts natürlich wie immer im Fotoalbum.
Dirk Boelser ist in diesem Jahr zwar recht spät in die Wettkampfsaison gestartet, aber dafür sehr beeindruckend: Beim Osterlauf in Paderborn belegte er einen guten 2. Platz in seiner Altersklasse (M65). Zwar war er mit seiner Zeit von 1:42:53 h gut 5 min hinter dem Erstplatzierten; aber, dass er schon im ersten Wettkampf seine Saisonbestleistung vom Vorjahr unterboten hat, lässt auf eine erfolgreiche Saison hoffen.
von Bernhard Seelert
Wenn man sowieso schon mal in Hannover weilt, dann kann man nach 9 Stunden Messerundgang auf der CeBIT mit dem kompletten Laufequipment im Rucksack auf dem Rücken mal eben noch 14 km beim Charity Run dranhängen. Dachte ich, als ich mich Tage zuvor für den am 6.3.2008 stattfindenden Wohltätigkeitslauf anmeldete. Geht grundsätzlich, ist dann doch am Ende ganz schön beschwerlich.
Die 7 km-Rundstrecke auf dem Messegelände führte durch Hallen vorbei an feuchtfröhlichen Messestandpartys und über das Freigelände, an dessen Streckenrand einem äußerst freundliches Ordnungspersonal anfeuerte. Die Strecke konnte 1-, 2- oder 3-mal durchlaufen werden. Der Zieleinlauf in Halle 16 gleicht dem des Frankfurt Marathons - nur in Miniausführung.
Die Organisatoren des Charity Run sind die gleichen, die auch den Hannover Marathon ausrichten. Alles war professionell organisiert. Von der Verpflegung bis zu den mobilen Duscheinheiten der Feuerwehr Hannover. Hier kann nur ein Lob ausgesprochen werden.
Nach 1:16:15 musste ich nach der zweiten Runde abbrechen, denn sonst wäre meine Heimfahrt mit dem Zug gefährdet gewesen. So konnte ich noch gemütlich ein alkoholfreies Bierchen mit ein paar neuen norddeutschen Laufbekannten trinken und warm duschen. Aber eigentlich habe ich mich noch ganz gut gefühlt und hätte gerne noch die dritte Runde drangehängt.
Wer in den nächsten Jahren die CeBIT besucht, der sollte auf jeden Falle einen Start beim Charity Run mit einplanen.
Armin Friedrich hat sich für dieses Frühjahr viel vorgenommen; er möchte vier Marathonläufe absolvieren.
Den ersten lief er am 17.Feb. in Valencia. Für diesen Lauf hatte er sich eine Zielzeit von 3:45 h gesetzt. Die Zeit unterbot er locker. Auf dem letzten Kilometer legte er noch einen kleinen Endespurt hin (4:30 min) und konnte noch viele Läufer überholen. Am Ende hatte er eine Zeit von 3:39:05 h.
Überrascht war Armin von dem recht hohen Leistungsniveau in Spanien. Die äußeren Bedingungen - Wetter, Organisation, Strecke usw. - waren nahezu perfekt. Nur auf gefallen ist ihm, dass es an den Verpflegungsständen nichts zu Essen gab. Das stört jedoch nicht weiter, schnell nach dem Lauf war Armin wieder erholt. Nichtmal die Tage darauf hatte er Muskelkater - ein Novum für Armin nach einem Marathon.
Beim Halbmarathon in Oggersheim am 17. Feb. waren drei Läufer der Sandhofener Marathongruppe am Start.
Alle drei waren bereits um 9:00 Uhr am Start und konnten sich über beste Laufbedingungen freuen.
Bei Rainer Jung war es schon der dritte Wettkampf in diesem Jahr. Er bereitet sich gezielt auf den Weinstrassenmarathon im April vor. Nach 21,1 km hatte er eine Zeit von 1:49:00 h. Rainer konnte problemlos das geplante Tempo durchlaufen. Zufrieden war auch Rainhold Hoffmann mit seiner Zeit von 1:55:57 h. Dieser Wettkampf war auch für ihn ein guter Test in Hinblick auf den Weinstrassenmarathon. Im Vorfeld hatte Johann Krizak mit einer Zeit über 2 Stunden gerechnet. Im Ziel hat er jedoch eine Zeit von 1:57:50 h. Somit war dies für alle drei ein erfolgreicher Wettkampf und das frühe Aufstehen am Sonntag hatte sich gelohnt.


von Ute Striebinger
Beim Bärenfelslauf an Heiligabend verabschiedeten sich viele mit „man sieht sich in Rodgau“. Nein, nicht 30 Jahre Rodgau Monotones am 30.8.2008 im Hanau - Amphitheater, sondern beim 9. 50 km-Ultramarathon des RLT Rodgau am Samstag, 26. Januar 2008 auf der Gänsbrüh, einer Freizeitanlage bei Rodgau-Dudenhofen.
Der Lauf ist Kult unter den Ultras und schon gar nicht monoton. Es handelt es sich um eine 5 km Rundstrecke, bei der nach jeder Runde vom bewährten Team Michael Dorsch mittels Bibchip, der in der Startnummer integriert ist, jede Rundenzeit (netto) erfasst wird. Nicht jeder der 446 Finisher hatte die Absicht, 10 Runden zu laufen. Viele sehen den Lauf als ideales Training in guter Gesellschaft und steigen lächelnd nach 6, 7 oder 8 Runden aus. Geplant hatte ich 4 oder 5 Runden. Jochen stieg planmäßig nach gleichmäßig gelaufenen 4 Runden mit einer Gesamtzeit von 2:15:37 aus. Einige der Läufer erkannten mich vom Bärenfelslauf und da ich immer wieder überrundet wurde, hatte ich nette Unterhaltung.
Kurzum, an diesem Samstag drehte ich bei herrlichem Wetter meinen „Marathon-Counter“ auf zehn (5:50). Da die Zielzeit auf 6 Std beschränkt war, stieg ich, wie schon 18 weitere vor mir, nach 9 Runden aus und war mit einer Gesamtzeit von 6:16:09 sehr zufrieden (und auch ziemlich fertig). Mit dieser „Rennschneckenzeit“ wurde ich immerhin 9. te meiner Alterklasse W55 von 15 insgesamt.